Gesprächstherapie

Momo

Momo konnte so zuhören, dass dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte, was den anderen auf solche Gedanken brachte, nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und aller Anteilnahme. 

Sie konnte so zuhören, dass ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wussten, was sie wollten. Oder dass Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder dass Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. Und wenn jemand meinte, sein Leben sei ganz verfehlt und bedeutungslos und er selbst nur irgendeiner unter Millionen, einer, auf den es überhaupt nicht ankommt und der ebenso schnell ersetzt werden kann wie ein kaputter Topf – und er ging hin und erzählte alles das der kleinen Momo, dann wurde ihm, noch während er redete, auf einmal auf wunderbare Weise klar, dass er sich gründlich irrte, dass es ihn, genauso wie er war, unter allen Menschen nur ein einziges Mal gab und dass er deshalb auf seine besondere Weise für die Welt wichtig war. So konnte Momo zuhören!

(aus Momo, Michael Ende, Stuttgart 1973)

 

Gesprächstherapie nach meiner Auffassung

Wer Momo gelesen hat, der weiß, welche Wirkung alleine das Zuhören haben kann. Genau dort beginnt nach meiner Auffassung die Gesprächstherapie.

Mit dem allgemeinen Begriff Gesprächstherapie beziehe ich mich vor allem auf die klientenzentrierte Gesprächsführung nach Carl R. Rogers. In dieser Art der Gesprächstherapie steht die Beziehung zwischen Klient und Therapeut im Vordergrund. Empathie, Wertschätzung und Echtheit sind die Grundlage für diese vertrauensvolle Beziehung, in der der Klient so willkommen ist, wie er ist. Nur in einer solchen Beziehung kann eine Öffnung der eigenen Persönlichkeit gegenüber, mit all ihren Makeln, geschehen.

Es geht für mich dabei darum, dass sich mein Klient seiner Gedanken, Gefühle, Emotionen, Empfindungen und Glaubenssätze durch das Aussprechen und Benennen bewusst wird. Durch diese Reflexion und durch gezielte Fragen von meiner Seite, soll der Klient zu einer für ihn gültigen Einsicht und vielleicht auch zu einer Lösung finden. Vor allem jedoch kann ein Verständnis für die eigenen Verhaltensweisen und die eigenen Muster erwachsen und ein neuer Umgang mit der eigenen Person und dem eigenen Umfeld entstehen. 

In der Gesprächstherapie ist es nicht meine Aufgabe, meinem Klienten gute Ratschläge zu unterbreiten, ihm Strategien vorzuschlagen oder ihn anders zu beeinflussen. Ich unterstütze ihn vielmehr, so dass er selbst zu einer für ihn guten Lösung seines Anliegens oder einen für ihn passenden Umgang finden kann.

 

Heilpraktiker Dirk Mörl Bad Aibling Gesprächstherapie