Sinnsuche

 

»Das Nützlichste, was man fürs Leben lernen kann:
alles zu verlernen, was nicht wahr ist.« 
Aristoteles

»Wer des Hörens Natur nicht durchschauen kann,
folgt dem Laut und wird wiedergeboren.«

Surangama Sutra 

 

 

Die Frage nach dem Sinn war für mich immer schon eine der wichtigsten. Bereits mit 16 hatte ich das unbedingte Bedürfnis, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Es begann eine große Suche. Ich würde sagen die Suche meines Lebens. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es alles sein soll, hier herzukommen, ein Leben lang nach Dingen zu streben, zwischen Glücklich und Unglücklich hin und her gespült zu werden, um letzen Endes wieder zu verschwinden. Da musste doch noch mehr sein.

Es gab Pausen, in denen ich glaubte den Sinn gefunden zu haben. Vor allem nach der Lektüre von Robert Dahlke und Thorwald Dethlefsen gab es eine längere Pause, in der ich an Reinkarnation, Karma und die Entwicklung in Richtung Nirwana glaubte. 

Etwas später ging sie jedoch weiter. Denn auch da stellte sich die Frage: Wozu? Wozu Nirwana? Nirwana und was dann? Ich brauchte mehr Antworten. Philosophie, Religion und Advaita konnten mich nie endgültig befriedigen. Bücher von indischen und westlichen Gurus brachten meist nur Verwirrung oder neue Konzepte. Ebenso die Besuche im „Satsang“. Letztlich fuhr ich nach Indien, um im Ramana-Tempel zu finden was ich suchte – ich kam mit leeren Händen zurück.

An einem Punkt, ich weiß nicht mehr wann, begann ich meine Suche an sich in Frage zu stellen: Wieso suchst du eigentlich so verbissen? Was steckt dahinter?

Die Antwort war so klar wie einfach:  „Eine Verbesserung meines Lebens.“

Diese Antwort löschte letztendlich den Durst nach Sinn. Sie verbrannte sozusagen die Frage. Vielleicht hatte der ganze Weg bis hier her doch etwas gebracht. Wenn es nur um eine Verbesserung geht, dann war die ganze Sucherei auch nur ein Egotrip. Für mich war sie damit nicht mehr, als das Streben nach einem größeren Auto, Reichtum, Anerkennung oder einem bequemeren Sessel.

Es war die bisher größte und heftigste Enttäuschung meines Lebens…
Und ich konnte endlich aufatmen – Welch gute Nachricht.